UBSC Artemis Burgenland – Fortbildung

Der UBSC Artemis Burgenland organisierte dieses Wochenende eine Fortbildungsveranstaltung der besonderen Art. Die engagierten Schützinnen und Schützen besuchten die neueste Auflage des Filmes „Robin Hood“ – die gefühlte hundertste Neuverfilmung des bekannten Stoffes. In der Ankündigung wurde darauf hingewiesen,  dass in dieser Version besonderer Wert auf die Ausbildung des Lords Robin von Locksley zum Bogenschützen gelegt worden war. Also praktisch DER Fortbildungsfilm für beflissene Bogner.
Also (sagte ich schon) wir gingen mit großen Erwartungen in das Kino mit der Weisung unseres Trainers, dass keiner den Saal während der Vorstellung verlassen solle. Na – so schlimm war es dann doch nicht. Na ja eigentlich . . .
Im Anschluss an den Film trafen wir uns zu einer ausführlichen Nachbesprechung und Analyse unter besonderer Berücksichtigung des Training, des Schussablaufes und des allgemeines Bezuges zum modernen Bogensportes in der „Kredenz“, wobei einige Isotonische Getränke den Gedankenfluss anregten.

Also zuerst einmal beeindruckte uns das enorme Krafttraining.Wir werden es in unser Programm aufnehmen. Wenn jemand eine Bezugsquelle für schwere Ketten nennen kann: bitte posten. Die Schießtechnik des Robin war wirklich beeindruckend. Unser Trainer, selbst ein Meister des „Horseback Archery“, wies uns auf einige Details hin, die durchaus richtig waren. Es gibt große Unterschiede in der Handhabung des Langbogens und des Reiterbogens. Im Film verwendeten sie übrigens einen mongolischen. Na gut.

 

Beeindruckt waren wir auch von der Beschaffung der Pfeile. In jeder Situation hatte er sie in ausreichender Zahl zur Verfügung. Überhaupt war die Versorgung mit Kampfmitteln in unserer Diskussion abseits vom Bogensport ein großes Thema: die Produktion von Vorläufern des „Molotow Cocktails“ ging in Windeseile von sich – offenbar hatten Hundertschaften von anonymen Alkoholikern ihren Stoff zur Verfügung gestellt.
Ein weiteres Thema waren die Armbrüste. Wie wir alle wissen sind sie auf unseren Bogenplätzen streng verboten. Wer den Grund dafür nicht kannte, in diesem Film erhielt er eine dramatische Demonstration der Gefährlichkeit dieser Waffe. Leider wurde das ja doch notwendige Spannen der Armbrust nicht demonstriert.
Ein großes Thema bei unseren Turnieren ist die Bekleidungsvorschrift. Mit großem Unmut wird immer wieder die nicht WKO-gerechte Bekleidung eines bekannten Händlers zur Kenntnis genommen (wenn er die Pfeile für den Film geliefert hätte, könnte er sich andere Hosen leisten. Wahrscheinlich hat er aber keine Pfeile mit zwei Federn im Programm).
In diesem Film bewegte sich kein einziger Bogenschütze in Blue Jeans, nicht einmal die Bösen. Dass sie sich bewegten wie US-Marines im Nahkampf und das im Inneren von Gebäuden mit Langbögen – na ja. Dafür hatte Maid Marian immer ein gepflegtes Aussehen. Selbst während der großen Schlacht im Bergwerk (bei dem Pferdewagen explodierten wie Autos in einen Mafiafilm) waren Lippen und Augen perfekt geschminkt. Hätte sie weiße Turnierkleidung getragen – im ganzen Film wäre sie fleckenlos gewesen. Die Bekleidung des Sheriffs von Nottinghams und des Lords Robin war echt cool; die der anderen Lords weniger. Da hat uns das Mittelalter einiges voraus. Wir werden unsere Vereinsbekleidung überdenken müssen. Die Kampfbekleidung des Robin Hood war natürlich ebenfalls beeindruckend. Sie dürfte aus ähnlichem Material wie unsere Polizeirüstung gefertigt sein, denn Armbrustpfeile konnten sie offenbar nicht durchdringen.
Alles in allem hat diese Fortbildungsveranstaltung bei allen Teilnehmern tiefe Spuren hinterlassen – Nein nicht wegen der isotonischen Getränke!

mde

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